Mein Wunschjob hat keine Zukunft, was tun?

Eltern überzeugenWie überzeuge ich meine Familie von einer Ausbildung im kreativen Bereich, wo alle denken, dass ich damit kein Geld verdienen kann? Mit dieser Frage ist eine Studentin an mich herangetreten. Mit ihrem Jusstudium, das sie nur wegen ihren Eltern begonnen hat, ist sie Tod unglücklich. Das tat mir so weh, dass ich sie zum KarriereCoaching mit der Woche, diesmal inkognito, einlud.

Vorweg möchte ich gleich mal etwas los werden. Ich glaube nicht, dass Eltern mit Absicht ihren Kindern etwas Böses antun wollen, sie wünschen sich für ihre Kinder einfach eine sichere Zukunft. Und wenn man dann mit einem Jobwunsch aufwartet, gerade im kreativen-künstlerischen Bereich, entsteht bei den meisten Erziehungsberechtigten Horror Vorstellungen in Richtung „Leben unter einer Brücke“. Ein gesundes Vertrauen in die Zukunft scheint bei den wenigsten vorhanden zu sein. Ich hatte da Glück, ich durfte alles werden. Mein Vater war Künstler und hingegen aller Prognosen hatte er damit gutes Geld verdient. So war ein hohes Ziel meines Vaters, dass ich glücklich werde, wurscht in welchem Job. 😎 Für alle, die nicht so wie ich auf die Butterseite gefallen sind, sondern deren Weg ähnlich steinig ist, wie der dieser Studentin, hier die Anregungen aus dem Coaching.

Es gibt Eltern, keine Frage, bei denen jedes Argument auf Unverständnis trifft. Bei diesen könnte man auch gegen die Wand reden, ähnliches Ergebnis. Jedoch die meisten von ihnen, aus meiner Erfahrung, willigen nur deshalb ungern in eine Ausbildung mit geringen Zukunftschancen ein, weil sie noch nicht genug Engagement bei ihren Kindern erlebt haben. Man muss sich selbst fragen, ob der Jobwunsch nur ein Lippenbekenntnis ist, oder man ihn schon lebt. Wenn ich zum Beispiel Goldschmied werden möchte: träume ich nur davon, oder zeichne ich bereits Schmuckstücke, recherchiere laufend im Internet, treffe mich mit Gleichgesinnten, lasse mir Kurse zum Geburtstag schenken und spreche über nichts anderes als Schmuckdesign? Wenn man etwas wirklich will, dann muss man nicht auf eine Ausbildung warten, man kann selbst im eigenen Keller damit beginnen. Zu oft erlebe ich, dass Menschen mehr träumen – was ja wichtig ist, denn es ist immer der Beginn einer neuen Zukunft – als sich der Wirklichkeit zu stellen.  Im Buch von Ken Robinson „In meinem Element“ meinte der Autor zu einem Keyboardspieler, dass er auch gerne Keyboard spielen würde. Dieser widersprach ihm und sagte:“ Nein würdest du nicht, dir gefällt nur die Vorstellung davon. Wenn du es wirklich wolltest, hättest du schon längst damit begonnen.“ Und das ist wahr, wenn man etwas wirklich will, dann wird die eigene Leidenschaft so groß, dass niemand einen von der Tätigkeit abhalten könnte, selbst wenn man es heimlich tun müsste. Dann will man nichts mehr anderes tun.

In dieser Phase der Ausbildungsfindung sollte man, bevor es um die Überzeugung der anderen geht, aufhören sich selbst etwas vorzumachen. Folgende Frage hilft hierbei: „Kann es sein, dass ich selbst Angst habe, mit dieser Ausbildung später einmal kein Geld zu verdienen?“. Darin liegt oft der größte Knackpunkt. Andere spüren unsere negativen Gedanken, natürlich unbewusst. Wir erhalten dann meistens jene Antwort, die wir selbst befürchten. Ein blöder Teufelskreis. Erst wenn wir selbst von etwas zu 100% überzeugt sind, sind es die anderen auch. Also Hand aufs Herz, was strahlen Sie aus – Überzeugung oder Unsicherheit bei Ihrem Jobwunsch? Hier müssen Sie den Hebel ansetzten, an der eigenen Überzeugung arbeiten.

Erst danach gilt es auch sein Umfeld durch TUN und KOMPETENZEN SICHTBAR MACHEN zu überzeugen, Worte sind hier zu wenig. Und wenn Eltern trotz allem wieder behaupten, dass Sie mit einer bestimmten Ausbildung unter der Brücke landen werden, dann stellen Sie Ihnen folgende Frage: „Könnt ihr mir zu 100% versichern, dass es so sein wird, dass ich mit dieser Ausbildung zu 100% verhungern werde?“ Bestehen Sie dabei auf die 100%. Wenn sie 98% antworten, kontern Sie mit: „Donald Trump sagte man auch nur eine 2% Chance nach, die haben gereicht!“

Keiner von uns weiß, was werden wird, welche Ausbildung für einen persönlich die besten Chancen birgt. Eines ist klar, die Chancen liegen nur dann bei Null, wenn wir nicht beginnen unseren Weg zu gehen. Sobald wir losgehen, steigen unsere Chancen. Welcher Weg der Richtige ist? Der Weg ist egal, Sie müssen ihn nur zu Ende gehen.

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