Die Kunst des Überzeugen

Ein Junge wollte vor einiger Zeit unbedingt ein ipad und das ist nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich ist, dass er es geschafft hat, eines zu bekommen, während andere Söhne noch immer ihren Eltern in den Ohren liegen, um auch ins “Brettl” schauen können. Was hat er anders gemacht? Den wahren Nerv seiner Mutter getroffen!

Erfolgsstrategie: 1. Etwas wirklich wollen, 2. nicht aufgeben, 3. die wahren Wünsche der Mutter finden und diese als guten Kaufgrund nutzen

Als er herausgefunden hatte, was das ipad so alles kann und dass man so etwas unbedingt haben muss, machte er sich auf den Weg zu seiner Mutter. Er sagte ihr einfach, dass er sich ein ipad wünsche. Die Mutter antwortete, dass sie sich auch viel wünsche. Diese Antwort war für ihn Mist. Er versuchte sie zu überreden, dass ja bald Zeugnis wäre und dann sein Geburtstag und…… Seine Mutter hielt überhaupt nichts von der Idee, ihrem Sohn ein ipad zu schenken, rein gar nichts. Er überlegte und machte ein paar Tage später den Vorschlag, dass er es sich selbst kaufen würde, mit seinem Geld. Er wusste ja, dass er bei so einer hohen Summe das Einverständnis seiner Mutter brauchte. Auch dieser Vorschlag prallte an ihr ab. Es folgten Überredenskünste in Richtung “du willst ja immer, dass ich auf Dinge spare”, “wenn ich es selbst kaufe, dann ist es ein Zeichen, dass es mir sehr wichtig ist”, etc. Die Mutter blieb unbeeindruckt und auf NEIN-Kurs.

Und dann kam ihm die geniale Idee! Sie hatte doch öfters erwähnt, wie gerne Sie ein ipad für ihre Kunden nutzen möchte, aber nicht weiß, ob es wirklich Sinn macht und den Anforderungen entspricht. Ha, er wusste es ganz sicher. Damit kriegt er sie und er sollte Recht behalten!

Seine Mutter saß gerade am Computer und arbeitete. Mit freundlichem Gesicht steuerte er auf sie zu. “Du Mama, du weißt ja, dass ich gerne ein ipad hätte. Und du weißt, dass ich es mit meinem Geld bezahlen würde. Bitte, bitte lass mir fertig reden.” Die Mutter ging in Abwehrhaltung, lies ihn jedoch weiter reden. “Schau, du sagst immer wieder, dass das ipad bei deinen Kundenbesuchen hilfreich sein könnte. Du aber nicht weißt, ob es wirklich was taugt. ” Die Mutter merkte, was er vor hatte und spürte gleichzeitig, dass er gleich gewinnen würde. Blöderweise so gut argumentierte, dass sie unmöglich weiter hin nein sagen konnte, da sich dieses NEIN sonst gegen sie selbst richten würde. “Schau Mama, wenn du mir nun erlaubst das ipad zu kaufen und ich zahle es ja selbst, dann würde ich dir das ipad, wann immer du es für die Arbeit brauchst borgen und du kannst in aller Ruhe heraus finden, ob das ipad auch was für dich ist.” Shit, aber ein so verdammt gutes Angebot kann man nicht abschlagen, oder? Tschüss Erziehungsregel, pfeif auf dich. Willkommen ipad :-))))).

Ich sag’s ja immer. Erreich den Menschen im Kunden und du bekommst nur alles.

PS: „Mama“ war ich und „der Junge“ mein Sohn vor drei Jahren. Er hat es jetzt schon früh drauf. 🙂

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