Woher der Frust im Job kommt

Heute in der früh bei einem Gespräch mit 10 Mitarbeitern eines Unternehmens musste ich wieder einmal live miterleben, wie sehr Menschen in ihrem Job leiden. Das Schlimme daran ist, dass es nicht sein muss, jedoch von der Gesellschaft forciert wird. Würden sich Unternehmen wirklich glückliche Mitarbeiter wünschen, gäbe es dafür einen einfach ersten leichten Zugang. Die Einstellung zur Tätigkeit zu verändern. Wenn man Menschen fragt, was sie so tun, also arbeiten, erfahren wir Ihre Position und die Aufgabengebiete. Selten erzählen sie, was sie dadurch gutes bewirken oder welche ihrer großen Leidenschaften sie darin ausleben können. Wenn wir schon an die 40 Jahre arbeiten sollen, dann bitte mit Sinn und Freude. Nicht nur für Geld, das eventuell noch zu wenig ist, um damit gescheit auszukommen, oder unserer Leistung nicht entspricht. Das macht keinen Sinn. Und so funktioniert’s.

Ich meine es ist schon ein großer Unterschied, ob ich sage, ich bin Businesscoach und berate Unternehmen in Sachen Marketing, oder schwärme, dass ich Unternehmen mit Marketing ohne Budget zeige, wie Sie ihre Ideen verwirklichen können und beitragen darf, dass Träume in Erfüllung gehen. Denn ich liebe es für andere Lösungen zu finden. Und genau das bereichert mein eigenes Leben. Ich muss auch Dinge tun, die ich nicht so liebe, wie z. B. Buchhaltung. Aber das andere ist so verdammt anziehend, dass es sogar der Buchhaltung seine Existenzberechtigung verleiht.

In vielen Gesprächen mit glücklichen Unternehmern und Mitarbeitern, kam es immer zu einem Ergebnis: sie gehen in ihrer Tätigkeit voll und ganz auf. Die arbeiten nicht, die sind unglücklich, wenn sie nicht ihrer Tätigkeit nachkommen können. Mein Vater war Künstler. Die schlimmsten Tage im Jahr waren für ihn die Feiertage, da hatten seine Partnerfirmen geschlossen. Wahrscheinlich jener Grund, warum mir die Fenstertage, als ich Angestellte war, nie wirklich etwas bedeuteten. Da konnten sich immer meine Mitarbeiter frei nehmen.

Es wird aller Wahrscheinlichkeit nach schwierig sein, das Denken oder die Handlungsweisen von Unternehmern zu ändern, aber Ihnen möchte ich helfen. Fangen Sie an heraus zu finden, was Sie an Ihrer Arbeit lieben, wofür würden Sie auch ohne Gehalt arbeiten. Nicht, dass Sie das tun sollen. Aber erkenne Sie bitte, was Sie jeden Tag   könnte, dass es das wert ist. Natürlich werden sich dadurch nicht Ihre nervigen Kunden ändern, den rücksichtslosen Chef, oder die intriganten Kollegen, aber und das ist viel wichtiger, Ihr Seelenheil. Und mit der Veränderung unserer Sichtweisen, beginnt sich auch die Umwelt zu verändern. In keinen Stelleninseraten oder Stellenbeschreibungen finden Sie, was Sie bewirken sollen, immer nur Aufgabenbereiche. Wer will bitte schön Staubsaugen? Wir wollen entweder einen sauberen Fußboden, oder den Dreck nicht länger verteilen, oder die Schwiegermutter beeindrucken, oder uns eines fuselfreien Bodens erfreuen – Staubsaugen ist nur die Technik dazu! Es mag Menschen geben, die Staubsaugen lieben, beneidenswert, die meisten wollen die Folgewirkung und auch wenn diese nur heißt 5 Minuten erkennen, dass unser Boden aus Parkett besteht, bevor wieder eine wilde Herde mit Dreckschuhen drüber trappelt.  Es liegt in der Natur des Menschen, etwas bewirken zu wollen, Eindruck zu hinterlassen, Freude zu bereiten. 

Ein paar Beispiele:

Ärztin im Krankenhaus: HNO Ärztin. Als  HNO Ärztin gebe ich meinen Patienten wieder mutmachende Perspektiven. Ich zeige ihnen mit meinem Medizienwissen, dass sich die viel zu lange Wartezeit (die ich leider nicht ändern kann) sich gelohnt hat. Jeder dankende Blick ist es wert.

Assistent eines Geschäftsführers: Täglich darf ich aufs Neue lernen, wie man mit Partnern umgehen muss, damit man seine Verbündeten bekommt. Ich will nämlich ganz nach oben und selber Chef sein und eines ist mir klar geworden, man muss Menschen um den Finger wickeln können und das kann mein Chef gut. Ich bin bei den Besprechungen immer dabei, ich hasse es Berichte zu schreiben, aber das andere ist für meine Zukunft wesentlich. Mein Chef ist anstrengend, aber aus Büchern kann ich diese Fähigkeit niemals lernen. Hier erlebe ich Best Practise jeden Tag.

HR Mitarbeiterin: Ich sorge dafür, dass alle Mitarbeiter pünktlich Ihre Gehälter bekommen und sich keine Sorgen machen müssen, dass etwas falsch zu ihrem Nachteil abgerechnet wurde. Das ist mir ganz wichtig, dass niemand einen Tag zu lange warten muss. Wir beschäftigen Frauen, bei denen ein Tag später eine Katastrophe bedeutet. Dafür nerve ich gerne meine Kollegen und werde oft belächelt, das ist nicht lustig, aber am Ende des Tages werde ich mit einem guten Gefühl belohnt.

Probieren Sie es selber aus. Vergessen Sie es, einfach nur einen positiven Satz zu bilden. Das bringt Sie gar nirgends hin. Sie müssen schon herausfinden, was trotz der ganzen Scheiße geil ist. Sorry für diese Ausdrucksweise. Hier bitte keine lauwarmen Lösungen. Erzählen Sie sich und den anderen, was jeden Tag trotz allem genial ist und was sich durch Ihr Wirken positiv verändert. Viel Spaß!

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